Thema Vergangenheit

FAMILIENBILD MIT PHANTOM // Muttilein

Fluss3 (2)

Das Vergangene ist nie tot. Es ist nicht einmal vergangen. Was Faulkner so schön schrieb (in Requiem für eine Nonne), lässt sich durch einen leichten Umbau so spezifizieren und zuspitzen, dass es perfekt als einleitende Vorwarnung zu Mariana Enriquez‘ Kurzgeschichte Correntiner Schauerstück verwendet werden könnte: Die Toten sind nie vergangen. Sie sind nicht einmal tot.

Gustavo, aufgewachsen als Halbwaise, inzwischen Mittdreißiger und argentinischer Hauptstädter, wird hier von der Vergangenheit heimgesucht – zunächst via Telefon: Die schrullige Verwandtschaft aus dem ländlichen Corrientes verlangt seinen unverzüglichen Besuch.

Als Lidia sagte „[…] wir können einfach keine Entscheidung allein treffen“, stellte sich Gustavo vor, wie sie alle um das Telefontischchen herumsaßen, […] und wie alle den Atem anhielten, eingeweiht und feige zugleich, allein deswegen, weil sie Lidia auserkoren hatten, also die, die am wenigsten Skrupel von allen hatte, diesen Anruf zu erledigen. Er sah Walter vor sich, der immer einen Hammer mit sich herumschleppte oder irgendwelche Nägel im Mund stecken hatte, ohne Unterlass am Reparieren der Möbel im Haus, es war beinahe das Einzige, was er tat, seit er Witwer geworden war. Er sah Julio vor sich, diesen eingebildeten Chauffeur, der Polizeibosse herumkutschiert hatte, die in Corrientes und im Chaco der Folterei nachgingen; ein jovialer, bezaubernder Typ, es sei denn, er begann, seine ehemaligen Arbeitgeber in Schutz zu nehmen. Und dann war da noch die Mechi mit ihren Selbstgesprächen, die sich mit Sicherheit weiterhin ihr Bierchen vor dem Schlafengehen genehmigte, Trapax hin oder her. Das waren die vier Geschwister seiner toten Mutter, also die Geschwister von Margarita […].

Womit noch längst nicht die ganze Verwandtschaft aufgezählt ist – zum Corrienter Clan gehören außerdem Cousins, Cousinen, Cousinenkinder usw., die allesamt das chaotisch bebaute Familienareal am Ufer des Paraná bevölkern. Gustavo und seinen Vater hat es als Einzige nach anderswo verschlagen, weg vom Paraná; schließlich war in diesem Fluss die Mutter ertrunken, damals, vor dreißig Jahren, als Gustavito noch ganz klein war, sodass er heute keine einzige Erinnerung an das „Muttilein“, wie Tante Lidia sich ausdrückt, besitzt.

Nach dreißig Jahren aber, so lautet die Corrienter Friedhofsordnung, läuft die Liegefrist für ein Grab aus. Mamas Umbettung steht an. Warum Gustavo bloß deswegen nun dringend persönlich in Corrientes anreisen soll, erfährt er erst, als er dort ist.

„Mechi, bring dem Jungen was Erfrischendes zu trinken, aber spül die Gläser einmal durch, sie sind völlig verdreckt“, bat Lidia und hielt Gustavo eine Zigarette hin. „Ich werde dir jetzt alles erzählen, Kleiner. Es ist nämlich so, dass ich einen Anruf vom Friedhof erhalten habe und man mir unterbreitet hat, deine Mama müsse aus ihrer Grabnische raus und in eine Urne. […] Ich sage den Friedhofsangestellten also, sie sollen sie einfach umsetzen. Schön und gut, Doña, kriege ich zur Antwort, also munter umgebettet. Zwei Stunden später rufen sie wieder an und sagen: Doña, Sie müssen vorbeikommen, wir haben das Grab geöffnet, um die Überreste in die Urne umzufüllen, Ihre Schwester ist aber unversehrt. Das waren ihre Worte. Ich stoße vier Schreie aus, was soll das heißen, unversehrt, kreische ich, meine Schwester ist vor dreißig Jahren gestorben, was reden Sie da, Sie Ferkel. […] Ich mache mich also auf die Beine, steige ins Auto und fahre los. Und dann deine Mutter, Gustavito, jawohl, da war sie, oder besser gesagt, da ist sie, völlig unversehrt.“ „Wie, unversehrt?“ […] „Unversehrt, kapier doch, mein Süßer. Deine Mami ist nicht vermodert. […] Sie sieht sogar besser aus als damals, um ehrlich zu sein, sie ist nämlich nicht mehr so aufgeschwemmt.“ […] „Wann ist das alles passiert?“ „Vor einer Woche. Wir haben abgewartet, ob sie ranzig werden würde…“ „Tante, es reicht.“ „Jetzt tu nicht so erschrocken, es mag ja deine Mutter sein, aber gekannt hast du sie nicht […].“

Nein, nicht gekannt. Und auch später hat er im Grunde nichts über die Mutter in Erfahrung bringen können, weder durch den Vater, dessen Gram ihn verschwiegen gemacht hatte, noch durch die Tanten und Onkel, deren Reaktion auf den tragischen Tod Margaritas darin bestand, noch verrückter zu werden, als sie es ohnehin seit jeher waren. Für Gustavo war die Mutter also nie mehr gewesen als ein bloßes Phantom, aber damit nicht genug: Jetzt, da sie, wie von Geisterhand wohlerhalten, plötzlich wieder ans Licht kommt, bringt ihm das der Mutter auch nicht näher, hat er es nach wie vor mit einem Fremdwesen zu tun – stattdessen muss er sich damit herumschlagen, dass die Mutter, die sich weigerte zu vergehen, diese seltsame Laune der Natur, zu einer regionalen Attraktion zu werden droht:

In San Luis wussten die Leute bereits von dem Wunder. (Das ist kein Wunder!, schrie Gustavo in sich hinein, lauschte jedoch weiter.) „…und sie sind bereits auf dem besten Wege, sie anzubeten. Sie soll nach Jasmin duften. Wie Heilige eben so riechen.“ „Um Gottes Willen!“ Gustavo fand wieder Worte. „Sie muss eingeäschert werden und damit basta!“

Das sieht man in Teilen der Familie allerdings anders, man ist sich uneins. Gemeinsam mit dem Jasminduft nämlich sind dem geöffneten Muttergrab allerhand Hoffnungen, Ernüchterungen, Visionen und Einsichten entstiegen, von welchen sich die einen ganz berauscht fühlen, während die anderen davon Kopfschmerzen bekommen. Und so geben sich in Corrientes nun die diversen Muster unseres Umgangs mit dem Tod und seine vielfältigen Auswirkungen auf die Lebenden die Klinke in die Hand.

Enriquez setzt in ihrem Erzählstück lediglich ein paar treffsichere Pinselstriche, und schon ist alles da: das subtropisch gelegene Corrientes mit seiner Sommerschwüle; der mächtige Paraná, der dunkel und trügerisch ruhig vor sich hin strömt, wie eben das Leben selbst; der wispernde Flug der kleinen Fledermäuse, die im Dahinsausen das Wasser küssen, um zu trinken; die Familie, jenes wundersame Gebilde, das sich vor Gustavo gleichsam auftürmt wie die ineinander verschachtelten Wohnbauten der kollektiven Verwandtschaft auf dem weitläufigen Ufergrundstück. Es hätte getrost noch weiter und weiter gehen, ein ordentlicher Roman daraus werden dürfen.

Das Corrienter Schauerstück eröffnet die kleine, aber großartige Anthologie Asado Verbal – Junge argentinische Literatur (Wagenbach, €9,90), herausgegeben von Timo Berger und Rike Bolte, die selbst für einige der Texte die Übersetzung lieferten. In fünfzehn Kurzerzählungen – darunter ein paar bombastische Geschichten, kein einziger Lückenfüller -, versammeln sich Geister der Vergangenheit und Menschen der Gegenwart, von zeitgenössischen argentinischen Autorinnen und Autoren so geschrieben, wie man sich ein Asado eben vorstellt: deftig, üppig, ungezwungen; überdies angereichert mit doppelten Böden und viel Hintersinn.


Bild: Grebe 2017

KOPFGEBÄUDE // Raum und Zeit

Jeder hat ein eigenes Bild vor Augen, sobald der Begriff Elternhaus fällt. Für mein Kind, das schon mehrere Häuser bewohnt hat, wird dieses Bild später sicherlich weniger eindeutig ausfallen, als für mich. Mein Elternhaus ist nicht einfach ein Haus – es  ist DAS Haus. Ich selbst bin mittlerweile neunmal umgezogen, von Mietwohnung zu Mietwohnung und Stadt zu Stadt; eine derart flexible Vorstellung von Zuhause wäre für meine Mutter oder Großmutter kategorisch undenkbar gewesen. Ein Viergenerationenhaushalt waren wir damals. Von der Diele bis unters Dach: Alte, Älteste, Eltern, Kinder, Hunde, Katzen, Karnickel. Hier wurde geboren, gelebt, gestorben. DAS Haus verließ niemand einfach so.

Meine Eltern waren immerhin die Ersten, die ein Auto anschafften. Die Ersten, die in Urlaub fuhren – ein Unterfangen, dessen Sinn sich den Älteren partout nicht erschloss, sie wussten einfach nichts mit dem Konzept Urlaub anzufangen. Darüber hinaus sorgte man sich, Bauchweh leidend vor Bangigkeit, um das Wohlergehen der Jüngeren, während diese fern der Heimat weilten. Im gefährlichen Wohnwagen-Urlaub nämlich, zwei endlose Wochen lang. Im wilden Holland. Wie jedes Jahr. Als meine älteste Schwester als erstes Kind aus dem Dorf aufs nahegelegene, kleinstädtische Gymnasium geschickt wurde, traten im Untergeschoss des Hauses das selbe Unverständnis, die selbe Sorge auf: Wat dauet jie blot dat Mäken an?, fragte man, De junge Lüe van Dage, de schallt wohl alle Professors waarn, wurde gezetert. Gleich hinter unserem Geländezaun, muss man wissen, fing die unheilvoll echte, gegenwärtige Welt an, gegen die es zusammenzuhalten galt, so die unausgesprochene Parole. Stillstand wurde als Stabilität empfunden. Und diese innere Haltung spiegelte sich in den Eigenschaften des Gebäudes: Vergangenheit als Fundament, Vergangenheit als Mörtel. Jeder Raum: eine Vergangenheitskonserve – die meisten bis heute.

Die Kammer, in der meine Urgroßmutter schlief, blieb seit den 40ern so gut wie unverändert; die Bakelit-Lichtschalter und die Art Deco Deckenlampe aus gewölktem Glas dürften noch ein Stück älter sein; Kleiderschrank und Aussteuertruhe bewahren seit jeher urgroßelterliche Sonntags-, Alltags- und Trauerkleider auf, die Konfirmationsbibel der Urgroßmutter, ballenweise, vom Urgroßvater in den 1910ern handgewebtes Leinentuch, auch die Hochzeitsdecke der Ururgroßeltern von 1896; das Alter der schmalen, knarzenden Holzstiege hinauf – wegen des darunterliegenden Halbkellers liegt die Schlafkammer erhöht, man nennt das hierzulande Upkamer – lässt sich nicht mehr bestimmen; die Lehmschlagwände zählen zur ursprünglichen Bausubstanz von 1796. In der Urgroßmutter-Küche, von der die Kammer abgeht, tackerte es jahrzehntelang beruhigend gleichförmig aus dem Kasten der großen Pendeluhr – von de Jude, bei dem diese gekauft worden war, hatte die Uroma erzählt, und davon, dass er regelmäßig gekommen war, um die Uhr aufzuziehen, bis er irgendwann nicht mehr gekommen war. Darüber hatte sie im selben beiläufigen Ton, den sie ab und an durch bedeutungsschweres Seufzen konterkarierte, gesprochen, wie sie ihn immer beibehielt, ob sie nun Geschichten aus der Familie erzählte oder Märchen – von Baba Jaga, der Knochenhexe, und ihrem Hüsken up den Heunerfüsken, vom Fisser un sin Fru, und so fort -, so dass ich bis heute die Trennlinie zwischen erlebter Geschichte und Märchen als etwas Durchlässiges empfinde. Für meine Urgroßmutter spielte diese Unterscheidung schlichtweg keine Rolle, sie nahm beide Ebenen gleich ernst und blieb dabei in ihrem Erzählen stets der Wahrheit verpflichtet. Wahrheit lässt sich auf unterschiedlichste Weise transportieren, und bei uns war es nun einmal üblich, sie nicht auf direktem Wege auszudrücken.

Indem man die Großeltern-Küche betritt, gelangt man in die 1950er; früher wurde dort sonntags Kaninchenbraten aufgefahren, hausgeschlachtet, und sommers saßen wir zum Erbsenpalen, Bohnenschnippeln, Pflaumenkernpulen um den großen Tisch mit geblümtem Wachstuch herum. Alles, was der riesige Garten und der Hausacker hergaben, landete auf diesem Tisch, wurde gewaschen, geschrubbt und geschält, kleingemacht, eingemacht, eingekocht: verschiedenste Apfelsorten, Süßkirschen, Pflaumen, Zwetschen, Kürbisse, Zucchini, Möhren, Zwiebeln, Aardbeien, Stickelbeien, Kakelbeien (roe, swatte und witte), Josterbeien, Himbeeren, Brombeeren, Rhabarber. Auch zentnerweise Kartoffeln – mein Großvater hatte einen Kleintraktor, auf dessen Pritsche die Kartoffelberge bewegt wurden; Kartoffelkäfer zu sammeln war mein Kinderbeitrag zu dieser anachronistischen Versorgungsarbeit, bevor ich einen Tuffelschiller oder ein Knief zum Schälen in die Hand nehmen durfte. In der Großeltern-Stube hatten, mit der großgemusterten Tapete, immerhin die 1960er Einzug gehalten. Feierten Urgroßmutter, Großmutter oder Großvater Geburtstag, ging die große, mehrheitlich alte bis sehr alte Verwandtschaft und Nachbarschaft dort einen ganzen Tag lang ein und aus; man trug Sonntagskleidung und duftete nach parfümierter Seife und 4711, die Männer nach Haarwasser; auf dem Geschenketisch sammelten sich die mitgebrachten Blumenbouquets, Pralinen- und Seifenschächtelchen, beschleifte Töpfchen mit Usambaraveilchen und Begonien; für die Kaffeestunde waren tagelang vorher Kuchen- und Tortenmassen produziert worden; es wurden Likörchen und Schnaps gereicht, wir Kinder bekamen von den Weinbrandbohnen; abends wurden Brotberge, Mett, Zwiebeln, Eier, Wurstsortimente auf Servierplatten angerichtet. Die Tischgespräche verliefen bedächtig; drehte es sich nicht um körperliche Gebrechen, rotierten die üblichen Geschichten, wurde Vergangenheit gewälzt; auch hier tauschte man sich nie direkt über Ansichten oder gar Gefühle aus, sondern tat dies über den Umweg episodischer Erzählungen. Als meine Eltern meinen Großeltern irgendwann einen damals blitzneuen Fernseher in die Stube brachten, wurde dieser zunächst ratlos betrachtet; gegen die fremdkörperhafte Anmutung des modernen Geräts schaffte ein gehäkeltes Spitzendeckchen, obenauf gelegt, etwas Abhilfe.

Die Treppe ins Obergeschoss bedeutet einen Sprung in die 1980er. Darüber liegt der Dachboden, der eine Asservatenkammer über hundertjähriger Familiengeschichte ist, eine Beweismittelsammlung aller im Haus geführten oder zumindest begonnenen Leben; vererbte Bauernschränke, historische Zeitschriftenstapel, Kinderkleidung aus den 60ern und 70ern, altes Haushaltsgerät und Spielzeug, Vintage-Nippes.

Den Gebäudeteil, der früher Viehstall und Arbeitsküche beherbergt hatte, mit seinen gekalkten Wänden und dem Heuboden darüber, rissen wir ab, als ich dreizehn war. Misthaufen und Jauchegrube wurden gleich mit beseitigt; auch der bunkerhafte Komplex aus halbhohen Schuppen und Butzen, den sich mein kriegsgeschädigter Großvater über Jahre hinweg zusammengezimmert hatte, wurde vom Gelände geräumt. Das war 1995; meine damaligen Klassenkameraden hatten, so ganz anders als ich, nie einen Flachsrechen gesehen, mit Sensen hantiert oder hausgeschlachtetes Karnickel gegessen. Als mit dem Abriss auch ein Stück Zeit weggeräumt worden war, ging mir auf, was damit einherging: dass es plötzlich Platz für ein Stück neue Zeit gab. Ich ließ also die 90er ins Haus.

Jetzt werden die alten Böden heraus- und die geblümten Tapeten von den Wänden gerissen: Platz machen für die 2010er. Sammeltassen aus den 50ern, vererbtes Feiertagsgeschirr, vergilbte Fotoalben, Nähmaschinenschränkchen, Schatullen mit Eheringen, originalverpackte Strumpfhosen aus den 60ern, Der röhrende Hirsch im falschgoldenen Rahmen, Nachkriegs-Stubenmöbel, Häkelutensilien, patiniertes Silberbesteck, Bergmannsuniformen kommen in Kisten oder gleich ganz weg. Nach und nach löst das Museum seine Sammlung auf.

An dem Elternhaus in meinem Kopf wird das nichts verändern.


Fotos: Grebe, 2016

FLUGWESEN // Im Museum gelandet

 

Mein Vater, der eigentlich gern zur See hätte fahren wollen, ging notgedrungenerweise erst einmal unter Tage. Himmel!, mit 15, 16 Jahren im Schacht herumzukriechen anstatt übern Atlantik zu schaukeln – man möchte doch eine Möwe sein, keine Ameise! Prompte Flucht aus dem Berg, als es sich anbot, zu den Fliegern zu gehen. Nein, nicht als Pilot: als Elektriker. Als Kind durfte ich bei Gelegenheit in diversen historischen und modernen Flugmaschinen herumhampeln. Für mich waren das Tiere – herrlich große, herrlich laute, auch gefährliche, die sich uns gegenüber allerdings zutraulich gaben: Junkers Ju 52, Transall C-160, Antonow An-124 „Ruslan“, Lockheed C-5 „Galaxy“ und C-130 (zivil: L-100) „Hercules“. Den Kabelbaum einer Transall (Kilometer über Kilometer Kabel) zu untersuchen und zu warten, das stellte ich mir nicht anders vor, als im Bauch eines Walfisches nach Nervenbahnen zu tasten und dabei zu wissen, wo man zukneifen muss, damit die linke Flosse zuckt. Zusammen in Urlaub geflogen sind wir übrigens nie. Und Aviatik interessiert mich bis heute nicht. Das rätselhafte Innenleben von Flugwesen dagegen immer noch: alten Modellen unter die genietete Blechhaut schlüpfen, Rippenbögen zählen, an Schaltorganen drücken und hebeln, Schweißungsnarben betasten; den gegenwärtigeren Typen ins Innere der Turbinenlungen, ins Cockpithirn und Motorenherz schauen. Mein Vater lebt schon lange nicht mehr – stellvertretend besuche ich „seine“ Flugzeuge im Museum.


Fotos aus der Ju-52-Halle (Grebe, 2016)