John Cage

MERZ UND ANDERE SCHNIPSEL // Das wohlpräparierte Klavier


Es gilt das akademisch verbotene, nichtmusikalische Klangfeld, soweit dies manuell möglich ist, zu erforschen. (John Cage, The Future of Music, 1937)

John Cage (geboren 1912 in Los Angeles, gestorben 1992 in New York) entwickelte seine musiktheoretischen und kompositorischen Neuansätze aus einem Geist heraus, den er mit der modernen Avantgarde seiner Zeit teilte. Die Liste der Künstler, mit denen er berufliche Zusammenarbeit oder persönliche Freundschaft pflegte, liest sich wie ein Querschnitt durch die Inventarliste der Kunst des 20sten Jahrhunderts: Marcel Duchamp, Lázló Moholy-Nagy, Piet Mondrian, André Breton, Max Ernst, Willem de Kooning, Hans Arp, Mark Rothko, um nur einige Namen zu nennen. Das musikalische Eigenleben der Gegenstände, die Aleatorik (das Zufalls- oder vielmehr: Unbestimmtheitsprinzip) als musikalische Methode – mit seinem grundlegenden Um- und Neudenken prägte er die Neue Musik, gilt als Vater des Happenings und als Einflussgeber für die spätere Fluxusbewegung sowie verschiedene Ausprägungen von Improvisationsmusik.

Seine Komposition Bacchanale spielte er 1940 auf seinem präparierten Klavier ein, einer Eigenerfindung: An den Saitenchören angebrachte Radiergummis, Nägel, Pappschnipsel und andere Kleinteile schaffen eine Klangerweiterung ins Perkussive – das Geräusch wird Bestandteil der Musik.



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