LATEINAMERIKA // Perkussives Jazz-Piano: Gonzalo Rubalcaba


Als Sohn eines Pianisten und Enkel eines Komponisten kam der 1963 in Havanna geborene Gonzalo Rubalcaba von Kindheit an insbesondere mit europäischer Konzertmusik in Berührung. Er selbst wandte sich zunächst dem Schlagzeug zu, nahm später jedoch die väterliche und großväterliche Prägung auf und durchlief eine klassische Musikausbildung in den Fächern Perkussion, Klavier und Komposition. Der Einfluss auch populärer kubanischer Musik ist stark in seinem eigenwillig rhythmisch orientierten Klavierspiel spürbar. Bereits in den 1980er Jahren führten ihn Konzertreisen ins lateinamerikanische Ausland, später auch nach Europa. Dizzy Gillespie, der viele Zusammenarbeiten mit lateinamerikanischen Musikern unternahm (beispielsweise entstand gemeinsam mit Chano Pozo der Klassiker Manteca) und sich besonders gern im afrokubanischen Bereich bewegte, wurde ab Mitte der 80er zu Rubalcabas Freund und Förderer. 1990 ging Rubalcaba in die Dominikanische Republik, seit 1996 leben er und seine Familie in den USA – in Florida, wie so viele Exil-Kubaner. Zu seinen engen Wegbegleitern zählen neben Dizzy Gillespie Charlie Haden und Paul Motian, mit denen er in einem gemeinsamen Trio spielte, oder auch Jack DeJohnette und Chick Corea.


(Diesen Jazz-Standard – Autumn Leaves – in Rubalcaba-Variante mag ich auch nicht für mich behalten. Angesichts dieser Prachtbeispiele von 90er-Jahre-Herrenmode konnte ich mich allerdings erst im zweiten Anlauf so richtig auf die musikalische anstatt optische Ebene konzentrieren…)

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5 Kommentare

  1. Man muss schon die Augen schließen bei Video 2, um sich auf die Musik konzentrieren zu können. Wieso tragen Jazzer oft so hässliche Klamotten, wenn sie nicht gerade den Standard-Anzug anhaben? Mit dem Hemd könnte er auch den Tierarzt in einer kubanischen TV-Serie spielen…
    Aber weg von der Optik – hin zur Musik: Vom Feinsten…

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    1. Die schwedischen Jazz-Herren sind oft durchaus angenehm gekleidet – aber zur Verteidigung der Herren Rubalcaba / Patitucci / DeJohnette muss ich sagen, dass ich im Jahr 1991 Sportlehrer hatte, die farb- und schnitttechnisch weit Schlimmeres an sich trugen! Und ich halte mich lieber zurück, bevor wir hier heute Abend noch die Rubrik #meineverschämtelieblingsleggins1991 eröffnen…. 😉

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      1. Was die schwedischen Jazz-Herren in Sachen Mode anbelangt, muss ich mich erst kundig machen…spontan weiß ich nur, dass Nils Landgren immer Anzug trägt, aber auch Abba verjazzt. Abseits der Musik: Modetechnisch waren die 80er/90er eh das grauenhafteste Jahrzehnt – hier gibt es ein Textilmuseum (Augsburg war mal ein Zentrum der Textilindustrie), das vor einiger Zeit die 90erJahre-Moderichtungen in einer Ausstellung zeigte. Hab ich mich geärgert: Ich bin im falschen Jahrzehnt ein Pubertier gewesen – Schulterpolster, Dauerwelle, Karottenhosen, Leggins etc…Da reicht eine #verschämtrubrik gar nicht aus 🙂

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      2. Oooh, das Thema „Frisuren der 90er – eine soziokulturelle Betrachtung“ ist unerschöpflich! Ein altes Fotoalbum, ein Tetrapack Sangria und eine Tüte Erdnussflips – damit kann man sich einen unvergesslichen Pyjama-Abend machen 😉 (Aber wie schön, dass Museen auch vor diesen menschlichen Wahrheiten nicht Halt machen!) Gibt es eigentlich noch Platz für einen verschämten Buchbeitrag auf Deinem Blog? Mein Regal zeigt sich zwar sehr bereinigt, aber mir fiel da noch was ein, was inzwischen von meinem in den Bücherschrank meiner Mutter abgewandert ist 🙂

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      3. Frisuren der 90er: nee, da hatten wir alle die Haare irgendwie nicht schön:-) Ob da ein Tetrapack Sangria ausreicht? Sangria, Erdnussflips und Mohrenkopfsemmeln (ich weiß, letzteres ist nicht pc, aber die hießen da noch so) – und das Revival ist perfekt 🙂
        Zu den verschämten Lektüren – nur zu! Die Serie läuft hoffentlich noch ganz lange mit vielen Beiträgen vonEuch Bloggern – und Bücher, die zu Muttern abwandern, das hört sich doch an wie dafür geschaffen…

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