KULTURSPRÜNGE // Ibrahim Maalouf


Vom Libanon nach Frankreich: Diesen Weg ging Ibrahim Maaloufs Familie, als sich ihr die Chance bot, aus dem Libanon zu fliehen, wo von 1975 bis 1990 ein verheerender Bürgerkrieg wütete. Geboren 1980 in Beirut, verbrachte Maalouf seine Schulzeit in Paris. Als Kind einer Familie von Akademikern und Künstlern kam er von klein auf mit verschiedenen musikalischen Einflüssen intensiv in Berührung, insbesondere durch seine Eltern: Seine Mutter war Pianistin, sein Vater Trompeter. Von diesem unterrichtet, begann er als Kind auf einer Piccolo-Trompete zu spielen und profilierte sich als Heranwachsender durch seine herausragende Beherrschung der Barock-Trompete. Bis heute spielt Maalouf auch auf einer individuellen Variante dieses Blechblasinstrumentes: der von seinem Vater in den 1960er Jahren erfundenen Viertelton- oder Mikroton-Trompete, die es ermöglicht, Maqams zu spielen – klassische Elemente der persisch-arabischen Musik. Bereits während seines Studiums am Renommee-trächtigen Pariser Konservatorium nahm Maalouf an einer Vielzahl internationaler Wettbewerbe Teil und gewann außergewöhnlich viele davon. Seine spezielle Prägung und Begabung spiegeln sich auch in seinen häufigen Berufungen in akademische Positionen in aller Welt, so hat er bereits Meisterklassen in Frankreich und den USA gegeben. Ebenso betätigt er sich international als Komponist, zum Beispiel in der Ausführung einer Komposition für die Brüsseler Musikfestspiele oder im Auftrag der Cinémathèque française, für die er einen Stummfilm vertonte – die Aufnahmen hierfür führten Maalouf nach New York und entstanden gemeinsam mit US-amerikanischen Jazz-Musikern. Neben seinen Zusammenarbeiten mit unterschiedlichsten Musikern auf deren Alben, unter Anderem mit Sting oder dem Mali-Blues-Duo Amadou et Mariam, hat Maalouf inzwischen mehrere eigene Alben veröffentlicht, die seine spezielle Verschmelzung klanglicher Stile zum Ausdruck bringen: Jazz, Rock, Funk, Elektro, Klassik, zeitgenössische und folkloristische arabische Musik – all dies nimmt Maalouf ganz selbstverständlich hinein in seine persönliche Ausprägung von Fusion-Jazz.


>> zuletzt erschienen: Ibrahim Maalouf, Illusions (Mi´ster)


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